Protyp DIY (Do It Yourself)

DIY ist das englische Kürzel für Do It Yourself – also selbst machen. Das Wort wird zum Beispiel in dem Ausdruck „DIY stores“ benutzt: Das ist die englische Bezeichnung für Baumärkte. Der Protyp DIY (Protyp #11) drückt also die Eigenschaft eines Produkts oder Service, wobei der Kunde die Arbeit oder einen Teil der Arbeit selbst erledigt.

DIY Der Protyp DIY ist eins von den 22 Protypen, d.h. „Konzepte, Kräfte und Muster“ der digitalen Dominanz.. Das Wort sowie eine Auflistung und Definition der verschiedenen Protypen wurden erstmals im Buch „Digitale Transformationsexzellenz“ von S. Jäckle und U. Brüggemann erwähnt.

Protyp DIY: Wann ist das relevant?

Definition Protyp: 22 Protypen

22 Protypen – Aus Jäckle S., Brüggemann U.: „Digitale Transformationsexzellenz“, Springer 2019

Der Protyp DIY kann sowohl im Kaufprozess als auch nach dem Kauf seine Wirkung entfalten. Einer der wichtigen Pünkte dabei ist, dass der Anbieter weniger Ressourcen zur Verfügung stellen muss. Der Kunde macht zwar viel selbst, aber dafür ist der Preis niedriger. Ein weiterer Vorteil kann der Zeitfaktor sein: Der Kunde ist nicht mehr davon abhängig, dass der Anbieter Mitarbeiter zur Verfügung stellt. Darüber hinaus ist in manchen Fällen die Möglichkeit vorhanden, dass er das Produkt oder den Service dank selbstmachen genau nach seinen Vorstellungen erhält.

DIY im Kaufprozess

In frühere Zeiten sind die Menschen in ein Geschäft gegangen, haben einen Verkäufer gesucht, ihre Bedürfnisse geschildert und dann eine Lösung angeboten bekommen. Schon mit Supermärkten ist dieses Prinzip aufgehoben gewesen, später auch mit anderen Produkten. Bei einem Kauf im Internet wird gar kein Mensch mehr auf der Anbieterseite benötigt. Das bedeutet aber, dass der Käufer sich selbst erkundigen muss, welche Lösung er braucht. Auch beim Bezahlen muss er selbst aktiv werden: Hier kommt der Protyp DIY zum Vorschein.

Protyp DIY

Protyp #11 – DIY – Aus Jäckle S., Brüggemann U.: „Digitale Transformationsexzellenz“, Springer 2019

Auch im B2B ist dieser Prozess mittlerweile gang und gäbe. Die Vertriebler verschwinden zunehmend. Die meiste Arbeit bei dem Kaufprozess erledigt der Käufer dank CPQ– oder Guided-Selling-Systeme (Siehe hierzu unsere Miniserie).

DIY bei Services

Ob Training oder Lernen, Medizinchecks, selbst die Betreuung bei Depression: Vieles wird per App oder über Youtube-Tutorial erledigt. Dabei ist der Teil der Arbeit, den der Konsument selbst erledigt, viel größer als früher. Auch bei der Buchung von Tickets (ob für Transport oder Ereignisse) sind immer weniger Menschen involviert – meist macht dies der Reisende selbst.

DIY bei Produkten

Auch Tickets werden heutzutage nicht mehr von Anbietern gedruckt: Dies ist der erste Schritt vom Protyp DIY in der „Produktion“. Mit zunehmender Verbreitung von 3D-Druckern werden zuerst Unternehmen, später auch private Käufer ihre Produkte vor Ort selbst herstellen.

Vorteile

Durch selbstmachen wird für den Kunden ein Zeitgewinn erzielt. Er kann auch genau dann das Produkt oder den Service haben, wenn er es braucht. Auch ist es möglich, dass er das Produkt adaptiert.

Außerdem werden die Kosten für Unternehmen gesenkt. Dies macht sich in einer höheren Gewinnspanne beziehungsweise niedrigeren Preisen für den Kunden bemerkbar.

 


Alle Protypen sind im Buch „Digitale Transformationsexzellenz“ nachzulesen.

Digitale Transformationsexzellenz„Digitale Transformationsexzellenz. Wettbewerbsvorteile sichern mit der Customer Company Excellence Matrix“, 2019, Springer Verlag (Prof. Dr. Steffen Jäckle & Uwe Brüggemann).

Die grundlegende wirtschaftliche, technologische und gesellschaftliche Veränderungen, die die meisten Geschäftsmodelle in Zeiten der Digitalisierung revolutionieren, werden darin anhand der Dominanz der 22 Protypen erläutert. Die im Buch eingeführte CCX-Matrix ist für Unternehmen ein wertvolles Analyse-Tool, um ihre eigene digitale Strategie neu zu erarbeiten und für die Zukunft erfolgreich zu gestalten.

Autoren:
Uwe Brüggemann ist Unternehmer, Interim Manager und Berater. Er ist Gründer & Geschäftsführer der BM-Experts GmbH in Berlin.

Prof. Dr. Steffen Jäckle lehrt an der Hochschule Ravensburg-Weingarten, Fakultät Technologie & Management und ist als Berater und Key Note Speaker tätig.