Wo KI punktet (1/4): Mächtige Medien

KI (Künstliche Intelligenz) und Maschinen haben (noch) nicht vollständig die Macht übernommen. Doch Fakt ist: KI sickert durch diverse Lebensbereiche und beeinflusst, wie wir leben, arbeiten und uns freizeitlich beschäftigen. Von Siri, Alexa und Co. bis hin zu verhaltensbezogenen Algorithmen und selbstfahrenden Fahrzeugen – es gibt eine Vielzahl an interessanten Beispielen und Applikationen.

Wo KI punktet_Mächtige MedienKünstliche Intelligenz ist also nicht nur ein gegenwärtiges Buzzword. Es wird die Zukunft und vor allem die Ausrichtung von Unternehmen nachhaltig und entscheidend prägen. Unternehmen, die langfristig auf digitale Innovation setzen wollen, können und dürfen um KI keinen Bogen machen.

Denken Sie aber, dass KI-Innovationen Ihr Unternehmen nicht betrifft, weil Sie im traditionnellen B2B-Bereich unterwegs sind? Denken Sie neu. Wissen aus dem B2C-Bereich lässt sich mit wenigen Adaptierungen in den B2B-Bereich überführen.

Unsere Miniserie „Wo KI punktet“ wird sich einigen Beispielen widmen und KI aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten.

Über die Miniserie

In den nächsten Blogbeiträgen wollen wir uns anhand diverser Beispiele auf verschiedene Bereiche fokussieren, in denen KI zum Tragen kommt.

  • Teil 1: Mächtige Medien
  • Teil 2: Dienstleistungen, die individuelle Vorteile bringen
  • Teil 3: Wie die Konsumbranche sich neu entdeckt
  • Teil 4: Künstler und Ingenieure haben es künftig leichter

Medien und die Wirkungsmacht von KI

Ob nun im Gesundheitswesen, Verkauf oder in der Automobilindustrie – fast jeder spricht über künstliche Intelligenz. Der Mediensektor bildet hier keine Ausnahme. Immerhin soll KI die Automatisierung von Fließarbeit künftig noch besser machen als das menschliche Pendant. Gerade im medialen Bereich und seinem ungeheurem Datenfluss wäre das enorm wichtig. KI soll alle Bereiche der medialen Wertschöpfung beeinflussen, indem es hilft relevanten Content zu finden und diesen zu organisieren, selektieren und im Anschluss wiederzuverwerten. Künstliche Intelligenz leistet somit einen wichtigen Beitrag zur menschlichen Kreativität und Neugier, indem sie Content Creators in ihrer Arbeit und User in ihrer Suche unterstützt. Üblicherweise fällt der Use Case von KI hier in eine der folgenden Kategorien:

  • Marketing: Firmen trainieren Algorithmen für maschinelles Lernen, um z.B. Filmtrailer zu entwickeln oder Werbung zu designen.
  • Personalisierung des User-Experience: Mithilfe maschinellen Lernens kann personalisierter Inhalt vorgeschlagen werden, der auf Daten der Nutzeraktivitäten und des Verhaltens basieren.
  • Suchoptimierung: KI-Software kann genutzt werden, um die Geschwindigkeit und Effizienz des Medienproduktionsprozesses zu verbessern und um die visuellen Elemente zu sortieren.

Soziale Medien

Mit knapp 3 Milliarden aktiven Profilen in Plattformen wie Twitter, Facebook und Snapchat haben Personalisierung und User Experience für soziale Netzwerke höchste Priorität. Hier eignet sich künstliche Intelligenz hervorragend, um die enorme Datenflut zu strukturieren, Bilder zu erkennen, Chatbots einzuführen etc. Zudem erhofft sich die Industrie, dass insbesondere maschinelles Lernen in Zeiten von Fake News und Hate Speech einen wichtigen und positiven Wandel herbeiführen kann.

Wo KI punktet_Mächtige Medien_soziale medienFacebook: Bahnbrechende KI-Nutzung für Bilderkennung

Ob nun Messenger-Chatbots, algorithmische Newsfeeds oder Zielgruppenwerbung – KI ist tief eingebettet in Facebook. Erst kürzlich entwickelte das Artificial Intelligence Team des Unternehmens ein Bilderkennungsmodell mit 85% Genauigkeit, welches hierzu Milliarden von Fotos auf Instagram mit Hashtags nutzt. Dieses Modell wurde als großer Meilenstein seitens IT-Experten bewertet. Auch sonst nutzt Facebook eine Kombination von KI und menschlicher Moderation, um Spam und unsachgemäße Inhalte zu bekämpfen. Mit der neuen Bilderkennung und einer Verdopplung der Ressourcen für KI setzt Facebook mittlerweile umfassend auf künstliche Intelligenz, um die weltweit größte Medienplattform zu kontrollieren.

Twitter: Bekämpfung von Hate Speech & Co

Auch der Micro-Blogging Dienst Twitter steht in Sachen KI Facebook in nichts nach. Die Tweets, die man zu sehen bekommt, verdanken wir künstlicher Intelligenz. Der Algorithmus des Social Media Giganten empfiehlt Menschen welchen Personen, Tweets und Nachrichten man folgen sollte, basierend auf individuellen Präferenzen. Die KI von Twitter konzentriert sich seit geraumer Zeit auch auf die Identifikation von Tweets mit Volksverhetzung und Aufrufen zur Gewalt. Allein 2017 wurden so über 300 000 Konten gesperrt. 95% dieser Accounts waren nicht etwa durch Menschen, sondern durch intelligente Maschinen erstellt worden.

Film und Musik

Künstliche Intelligenz verspricht die Medien- und Entertainmentbranche entscheidend zu transformieren, sei es nun alles rund um ‚Content Creation‘ oder Customer Experience. Die Anzahl an KI-Systemen ist dabei in den vergangenen Jahren exponentiell angestiegen, besonders für sich wiederholende Aufgaben, die sich am besten für eine Automatisierung eignen. KI-Systeme haben sich vor allem bei der Katalogisierung und Anreicherung von Metadaten, automatischen Untertiteln, erweiterten Suchen etc. bewährt und sich als enorm zeit- und arbeitssparend erwiesen.

NetflixKI bei Netflix

Diese Plattform braucht wahrscheinlich keine großartige Einführung. Wir wissen alle, dass Netflix der berühmteste Content-on-Demand Service überhaupt ist. Haben Sie sich aber auch schon einmal die Frage gestellt, woher all die Empfehlungen und Trends herkommen? Auch hier ist KI das Stichwort. Hierzu analysiert Netflix Millionen an Daten. Dabei wird es immer ’smarter‘, da die Datenbank stetig expandiert. Einige Use-Cases von KI sind hier:

  • Personalisierte Filmempfehlungen: Nutzer, welche Film A geschaut haben, schauen auch B. Das ist das wohl bekannteste Feature von Netflix. Es nutzt die persönliche Filmhistorie anderer Nutzer mit ähnlichen Vorlieben für weitere Tipps.
  • Personalisierung der Miniaturansicht: Netflix wertet tausende Videorahmen aus, kommentiert diese und führt anschließend ein Ranking aus, basierend auf der Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer es anklickt. Diese Kalkulationen basieren ebenfalls auf den Präferenzen anderer Nutzer, die ähnlichen Content angeklickt haben. Wenn beispielweise ein bestimmter Schauspieler gesucht wurde, könnten die Vorschläge eine Miniaturansicht mit eben jenem Schauspieler umfassen.

SpotifyKI bei Spotify

Mit über 70 Millionen Abonnenten, ist Spotify der unangefochtene Leader im Musik-Streaming Geschäft und die profilierteste Musikplattform. Der Erfolg begann 2014 mit der Übernahme des Musikdienstes Echo Nest, wodurch Spotify seinen automatischen und berühmten Empfehlungsdienst „Weekly Discovery“ verbessern konnte. Spotify nutzt insbesondere KI-Technologien, um sich mit dem User zu verbinden und kreiert tägliche Playlists aus vorherigen Wiedergaben. Da die Plattform zudem jährlich statistische Zusammenfassungen seiner Nutzer generiert, besitzt sie genug Wissen über die beliebtesten Genres, Sprachen und Künstler und kann die richtige Musik empfehlen.

Journalismus

Künstliche Intelligenz zeigt sich in den Nachrichtenmedien mit seinen unterschiedlichen Facetten – von der Beschleunigung von Recherchearbeiten bis hin zur Anreicherung und Querverweisen von Daten. Insgesamt lässt sich sagen, dass KI die Nachrichtenredaktion u.a. auf folgende Weise unterstützen kann:

  • Automatisierung gängiger Aufgaben, wie etwa die rasche Erfassung von Eilmeldungen
  • Beseitigung von sog. Fake News, da das Faktenchecken schneller und zuverlässiger wird. Facebook nutzt beispielsweise KI, um bestimmte Wortmuster zu analysieren, die auf Falschmeldungen hindeuten
  • KI-Technologien können mittlerweile eigenständig kurze Reports verfassen, die aus Rohdaten extrahiert und in ein Template eingefügt werden.

The Washington Post

Die Zeitung experimentiert schon seit geraumer Zeit mit der Automatisierung journalistischen Schreibens. Die Software Heliograf ermöglichte dies bereits 2016. Damals debütierte der Bot während der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, indem es eine längere Newsstory zusammenstellte. Diese Story wurde auf Basis verschiedener Daten zu den Spielen erstellt. Solche Daten werden i.d.R. mit relevanten Sätzen in einem Template zusammengeführt. Die Software fügt dann Informationen hinzu, um ein konsistentes Narrativ zu entwickeln. Dieses kann im Anschluss auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht werden. Besonders interessant an der Software ist zudem, dass sie Journalisten bei Auffälligkeiten in den Daten alarmiert. Während der Olympischen Spiele war Heliograf in der Lage, Informationen zu Ergebnissen und Medaillenspiegeln in Echtzeit zu veröffentlichen. Dies half Journalisten sich gleichzeitig auch auf andere Medienereignisse zu konzentrieren. Automatisierter Journalismus hat sich insbesondere in Daten-basierten Domänen wie etwa Sport oder Finanzen behaupten können. Washington Post hat mit Heliograf dieses Potenzial erkannt.

The New York TimesKI bei New York Times

Bereits 2015 implementierte die Zeitung sein KI-basiertes Projekt Editor. Das Ziel des Projekts war es den journalistischen Prozess zu vereinfachen, d.h. wenn ein Journalist einen Artikel schreibt, so kann er beispielsweise Tags für das Hervorheben von Überschriften, bestimmten Sätzen etc. nutzen. Mit der Zeit erkennt das System diese semantischen Besonderheiten und erlernt die wichtigsten Teile eines Artikels. Durch die Suche in Echtzeit und das Extrahieren von Informationen, basierend auf bestimmten Kategorien (Ereignisse, Menschen, Ort, Datum etc.), kann Editor schnelleren Zugang zu Informationen verschaffen und den Suchprozess vereinfachen. Es ermöglicht zugleich auch eine schnelle und präzise Überprüfung von Fakten. Da die manuelle Moderation von Kommentaren zu mühsam ist, setzt die Zeitung mittlerweile auf das Perspective API Tool. Es soll Lesern die Möglichkeit bieten, die Kommentare interaktiv zu sortieren. Dabei sind die Kommentare selbst in „toxic“ und „illuminating“ unterteilt. Je weiter der Balken nach rechts geht, desto aggressiver sind die Kommentare.

KI & Medien: Eine unverzichtbare Kombination

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Idee „Was sich automatisieren lässt, wird automatisiert“ auch im medialen Bereich immer mehr Einklang findet. Die oben genannten Beispiele spiegeln lediglich einige gegenwärtige KI-Trends wider. Für die kommenden Jahre stehen bereits weitere Projekte diverser Mediengiganten in den Startlöchern. Ob der Journalismus oder soziale Medien im Jahre 2025 durchweg von KI dominiert werden oder weiterhin menschliche Intervention benötigen, wird sich sehen lassen. Was allerdings offensichtlich ist, sind die Vorteile von KI für die Medien. KI ist zweifellos zeit- und kostensparend und erhöht die Geschwindigkeit und Effizienz in medialen Prozessen beträchtlich. Die Potenziale für Unternehmen aus Medien und Entertainment sind somit gigantisch und vielversprechend.

Wie künstliche Intelligenz im Dienstleistungssektor überzeugt, welche Beispiele sich anführen lassen und welche individuellen Vorteile sich ergeben, erfahren Sie im nächsten Beitrag unserer Blogserie „Wo KI punktet“.


 

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